„Die Imkerei hat mich gelehrt, ruhig und gelassen zu bleiben.“

Lukas Bohmann
Ein lächelnder Imker im Schutzanzug hält einen mit Bienen bedeckten Wabenrahmen. Er steht im Freien neben der Bohmann-Imkereiausrüstung und ist von grünem Laub umgeben.

Bienen als Entschleunigung

Durchatmen, wenn es brummt

Neben seinem Job bei der LzO geht Lukas Bohmann (28) einem eher ungewöhnlichen Hobby nach, das vor allem eins von ihm fordert: Ruhe. Die Imkerei entschleunigt seinen Alltag, lehrt ihn Besonnenheit und lässt ihn die Natur mit anderen Augen betrachten.

Wenn Lukas Bohmann seine Schutzkleidung überzieht und an den Bienenstock im Garten seiner Eltern herantritt, zwingt er sich, ruhig zu bleiben. Denn bei 50.000 Bienen in der Luft, die bei Wind oder aus einem anderen Grund gereizt sind, kann einem schon einmal mulmig zumute werden. Obwohl sie nicht von sich aus stechen, sich nur wehren, wenn sie sich bedroht fühlen, hat Bohmann schon so einige Stiche einstecken müssen – einmal sogar ins Auge, als er keinen Schutzanzug trug. „Krabbelt einem eine Biene in der Hose das Bein hoch oder verfängt sich in den Haaren, wird man auch mal richtig panisch“, gibt Bohmann zu. Selbst nach all den Jahren Imkerei gelänge es ihm nicht immer, gelassen zu bleiben. Trotzdem versucht er, sich langsam und bewusst zu bewegen, nicht hektisch zu werden.

„Ich würde auch anderen gerne die Imkerei näherbringen, über Unkenntnisse aufklären und Wissen vermitteln.“

Lukas Bohmann

Diese Besonnenheit, die die Bienen ihn lehren, überträgt er auch auf andere Bereiche seines Lebens – zum Beispiel auf seinen Job bei der LzO.

„Jeder hat am Platz auch mal Hektik und Stress und nicht so schöne Situationen. Die Imkerei hat mir beigebracht, trotzdem ruhig und gelassen zu bleiben“,

erläutert Bohmann. Der 28-Jährige aus Lastrup im Kreis Cloppenburg kam als Auszubildender zur LzO, wurde 2020 Kundenberater, machte letztes Jahr im dualen Studium seinen Bachelor und arbeitet jetzt auf seinen Master in Banking & Finance hin.

Ein lächelnder Imker in einem geblümten Hemd hält in einem üppigen Garten einen hölzernen Bienenstockrahmen, der mit Bienen bedeckt ist. Er steht in der Nähe eines Holzzauns und ist von grünen Pflanzen umgeben - und feiert die Kunst der Imkerei.

Die Imkerei ist für ihn Ausgleich zum Alltag, wirkt entschleunigend für ihn. „Man steht in der Natur, kann den Bienen zuschauen, wie sie Pollen sammeln. Da schaltet man ein Stück weit vom Alltag ab. Und es macht auch einfach Spaß, mit den Bienen zu arbeiten“, erklärt Bohmann die Faszination seines Hobbies. Er läuft durch die Imkerei mit anderen Augen durch die Welt, hat noch einmal eine neue Beziehung zur Region entwickelt. Denn am Honig lässt sich ablesen, welche Pflanzen im Umkreis wachsen. Gibt es besonders viele Monokulturen an einem Ort, fällt ihm das direkt auf. Ab und an kooperiert er mit Landwirten in der Region, bringt seine Bienen zum Pollensammeln vorbei. Davon profitieren beide Seiten: Futter für Bohmanns Bienen und mehr Ertrag für die Landwirte.

Das Endprodukt, der Honig, ist nicht sein Hauptantrieb – trotzdem freut es ihn, wenn er positive Rückmeldungen aus dem Bekanntenkreis erhält. „Das schmeckt ganz anders als das, was man aus dem Supermarkt kennt.“ Rund 40 Kilo Honig liefern seine zwei Völker im Jahr. Nachdem er nun seinen Imkerkurs erfolgreich abgeschlossen hat, darf er ihn auch verkaufen.

Zur Imkerei kam Lukas Bohmann, als er 2021 während der Coronazeit in der „Höhle der Löwen“ einen Imkerkasten für Anfänger sah und ihn direkt bestellte. „Wirklich benutzt habe ich ihn zwar nie – aber ab da war die Leidenschaft da.“ Er wandte sich an einen Imker in der Region, lernte viel von ihm und legte sich sechs Monate später seine eigenen Bienen zu. Die stehen nun bei seinen Eltern im Garten – und seinen Vater steckte er mit der Begeisterung für die Bienen auch gleich an. „Ich würde auch anderen gerne die Imkerei näherbringen, über Unkenntnisse aufklären und Wissen vermitteln“, wünscht er sich für die Zukunft.

Ein Mann in einem tropisch bedruckten Hemd hält einen Bienen-Smoker über einen gelben Bienenstock, umgeben von üppigem grünem Laub - und fängt damit die Hingabe eines Imkers bei der Arbeit in seiner Imkerei ein, der sich um die Bienen für frischen Honig kümmert.
Nahaufnahme von mehreren Bienen auf einem Wabenrahmen, mit der Hand eines Imkers, der die Holzkante des Rahmens im Hintergrund hält.
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