„Ich wusste überhaupt nicht, wo ich anfangen soll.“
Vom Schulalltag ins Berufsleben
Abenteuer Ausbildungsstart: von Finanzfragen und vom Ankommen
Raus aus der Schule, rein ins Berufsleben – plötzlich beginnt ein neuer Lebensabschnitt mit mehr Freiheit, aber auch mehr Verantwortung. Neele Minolts (19) macht bei der Rügenwalder Mühle die Ausbildung zur Industriekauffrau im zweiten Jahr. Sie verrät uns, was ihr den Einstieg erleichtert hat, wofür sie ihr erstes Gehalt ausgegeben hat und warum ihr die Beratung bei der Bank viel Sicherheit bei Finanzfragen gegeben hat.
Neele, wie hast du den Wechsel von der Schule ins Berufsleben erlebt?
Am Anfang ist natürlich alles neu und ungewohnt und man kennt noch niemanden. Anfangs musste ich erstmal alle Leute kennenlernen und verstehen, wie die Abläufe im Unternehmen funktionieren.
Ganz unvorbereitet war ich aber nicht. Durch mein Praktikum in der elften Klasse und meine Nebenjobs habe ich schon einen kleinen Einblick ins Berufsleben bekommen. Trotzdem war es noch einmal eine große Umstellung, dann wirklich regelmäßig arbeiten zu gehen.
„Mit der Zeit kommt man da ganz gut rein.“
Was war anfangs deine größte Herausforderung?
Am Anfang war es vor allem schwierig, in einer komplett neuen Umgebung anzukommen. Ich kannte die Kolleginnen und Kollegen noch nicht, musste mich in neue Prozesse einfinden und habe mich noch nicht getraut, jede Frage zu stellen. Rückblickend würde ich sagen, dass ich noch offener auf neue Leute zugehen und mich früher trauen würde, Fragen zu stellen. Aber genau das lernt man mit der Zeit. Je mehr Verantwortung ich bekommen habe und je besser ich die Kolleginnen und Kollegen kennengelernt habe, desto sicherer wurde ich.
Wann hattest du denn zum ersten Mal das Gefühl, angekommen zu sein?
Zunächst wird einem erstmal alles gezeigt. Dann habe ich nach und nach meine ersten eigenen Aufgaben bekommen, die ich selbstständig von Anfang bis Ende bearbeiten konnte. Da habe ich mit der Zeit gemerkt, dass ich immer mehr Verantwortung bekommen habe und mir mehr zugetraut wurde. Mir hat außerdem das Feedback meiner Kolleginnen und Kollegen sehr geholfen. Wenn man hört: „Das hast du gut gemacht“, gibt einem das Sicherheit.
Was hat dir den Einstieg erleichtert?
Dass ich so gut aufgenommen wurde. Ich wurde am Anfang wirklich gut integriert, mir wurden alle Abläufe erklärt und ich konnte jederzeit Fragen stellen. Das hat vieles einfacher gemacht. Ich finde generell, dass ein gutes Team so wichtig ist. Wenn man sich gegenseitig unterstützt und gut zusammenarbeitet, kommt am Ende auch ein besseres Ergebnis dabei heraus.
Mit der Ausbildung kommt auch das erste eigene Gehalt. Wie bist du damit umgegangen?
Mein erstes Gehalt habe ich tatsächlich zum großen Teil erst einmal ausgegeben und war shoppen. Daran ist man ja gar nicht gewöhnt, auf einmal eine größere Summe Geld zu bekommen. Mit der Zeit habe ich aber gemerkt, dass es Sinn macht, etwas zurückzulegen und sich Gedanken über die eigenen Finanzen zu machen.
War dir sofort klar, wie du dein Geld anlegen möchtest?
Ehrlich gesagt nicht. Ich hatte eine grobe Idee, was möglich ist. Natürlich wusste ich, dass es ein Sparkonto gibt und dass man dort Geld zurücklegen kann. Von Themen wie Depot, Aktien oder Geldanlage hatte ich zwar schon mal gehört, aber ich wusste überhaupt nicht, welche Möglichkeiten es gibt oder was für mich sinnvoll wäre. Erst mit meinem ersten Gehalt habe ich angefangen, mir darüber wirklich Gedanken zu machen. Da merkt man plötzlich, dass man sich nicht nur überlegen muss, wofür man Geld ausgibt, sondern auch, wie man etwas für später zurücklegt.
Zuerst habe ich Freunde gefragt, wie sie ihr Geld verwalten. Aber irgendwann wollte ich mir mit Unterstützung lieber selbst einen Überblick verschaffen und bin einfach zur Bank gegangen.
Wie hast du die Beratung erlebt?
Das Gespräch war viel lockerer, als ich erwartet hatte. Wir haben erst einmal darüber gesprochen, was mir wichtig ist, wie viel Geld ich überhaupt anlegen möchte und welche Möglichkeiten es gibt. Ich hatte nie das Gefühl, dass mir etwas aufgedrängt wird, sondern dass ich umfassend beraten werde und dann selbst eine Entscheidung treffe. Ich konnte mir erst einmal alles in Ruhe erklären lassen und danach überlegen, was zu mir passt.
Heute findet man zu Finanzthemen unzählige Informationen online. Warum war dir die persönliche Beratung trotzdem wichtig?
Durch TikTok oder andere Plattformen hört man zwar immer mal wieder etwas über Geldanlage oder Depots. Aber ich wusste trotzdem nicht, wo ich überhaupt anfangen s
oll. Mir war es wichtig, jemanden zu haben, der mir die Möglichkeiten verständlich erklärt, auch auf meine eigene Situation bezogen. Ich habe mich in der Beratung wirklich sicher gefühlt und konnte alle Fragen stellen. Das hat mir ein gutes Gefühl gegeben.
Danke für deine Ehrlichkeit. Welchen Rat würdest du anderen geben, die bald ihre Ausbildung beginnen?
Einfach offen auf andere Menschen zugehen, Fragen stellen und Interesse zeigen. Am Anfang ist vieles neu und das ist auch völlig normal. Man muss einfach offen bleiben und sich trauen. Mit der Zeit kommt man da ganz gut rein.
Du bist zwar erst im zweiten Ausbildungsjahr – hast du trotzdem schon Pläne für die Zeit danach?
Ich möchte nach meiner Ausbildung auf jeden Fall noch studieren und mich weiterbilden. In welchem Bereich genau, weiß ich noch nicht. Ich könnte mir gut etwas Kreatives vorstellen, weil ich gerne eigene Ideen einbringe. Gleichzeitig möchte ich aber weiterarbeiten und das Studium berufsbegleitend machen. So kann ich Berufserfahrung sammeln und mich gleichzeitig weiterentwickeln. Bis dahin möchte ich erst einmal die verschiedenen Abteilungen kennenlernen und herausfinden, welcher Bereich mir am meisten Spaß macht.
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