LzO-Azubis engagieren sich bei „Sozial ganz nah“
Mehr als nur Zahlen
Mehr als nur Zahlen
Über den Tellerrand hinausschauen, Sozialkompetenzen stärken und wichtige Erfahrungen außerhalb des Bankalltags sammeln – genau das ist das Ziel des Projekts „Sozial ganz nah“, das die LzO seit über zehn Jahren in Kooperation mit der AWO und dem Andreaswerk e. V. durchführt. Drei Azubi-Gruppen nehmen uns bei ihren Projekten mit.
„Ein Wagen, viele Geschichten“
Philipp Nykamp, Finn Hilgen, Peer Lukas Strietzel und Bennet Ledosquet wollten mit ihrem Projekt die Bewohnerinnen und Bewohner eines AWO Seniorenheims aktivieren, sie miteinander ins Gespräch bringen und schöne Erinnerungen schaffen. Dazu gestalteten sie gemeinsam mit den Seniorinnen und Senioren einen Bollerwagen und veranstalteten damit am Ende der Woche eine Bollerwagentour mit den klassischen Spielen zum Bad Zwischenahner Meer – das Highlight für alle.
Aber auch abseits davon gab es genügend Gelgenheiten für Begegnung und Geselligkeit, zum Beispiel bei Brettspielen. Der Tag begann immer mit einer morgendlichen Besprechung, bei der gemeinsam mit der Ansprechperson das Tagesziel festgelegt wurde. Anschließend konnten die Anwohnerinnen und Anwohner in einer lockeren Runde berichten, wie es ihnen gerade ging. „Am Nachmittag konnten diejenigen, die noch Energie und Lust hatten, zum Kniffeln oder anderen Spiele vorbeikommen. So klang der Tag immer in einer entspannten und geselligen Atmosphäre aus“, berichtet Philipp aus dem Projektalltag.
„Besonders beeindruckt hat mich, dass die Anwohnerinnen und Anwohner der AWO weiterhin neue Sachen ausprobieren und sich einbinden wollen“, berichtet Peer Lukas. „Ich habe es mir definitiv einfacher vorgestellt, die Anwohnerinnen und Anwohner dazu zu animieren, mitzumachen. Zum Schluss sind aber einige viel mehr aus sich herausgekommen“, so Bennet. Ein Highlight für Finn? „Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Moment, als einer der Anwohner zum Abschluss für uns gesungen hat. Das war ein sehr berührender und emotionaler Augenblick, der den Tag auf eine besondere Weise abgerundet hat“, sagt er.
„,Sozial ganz nah‘ hat mich sofort angesprochen, da man als angehender Bankkaufmann sonst eher weniger Berührungspunkte mit sozialen Projekten hat.“
„Auto der Zukunft“
David Merkel, Selina Turunc, Levent Tuncel und Erdi-Vahap Ilboga vermittelten mit ihrem Projekt den Kindern des Kindergarten Delmenhorst die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Und das auf spielerische wie kreative Weise: Nach dem Sammeln von Müll im Wald und der Reinigung wurde dieser genutzt, um gemeinsam daraus das „Auto der Zukunft“ zu gestalten – mit Erfolg. Dazu hatte die Stadt Delmenhorst Greifzangen, Handschuhe und robuste Müllsäcke zur Verfügung gestellt. „Durch diese Mischung aus Natur‑Erlebnis, kreativem Arbeiten und sportlicher Betätigung konnten wir die Kinder den ganzen Tag über begleiten, ihre Interessen kennenlernen und individuell unterstützen“, sagt Erdi. „Wir haben uns bewusst für dieses Vorhaben entschieden, weil das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz bereits im Kindesalter spielerisch vermittelt werden kann. Es erschien uns wichtig, das Umweltbewusstsein früh zu wecken und den Kindern gemeinsam ein sinnvolles Erlebnis zu bieten, das zugleich Freude macht“, ergänzt David.
„Die gesamte Projektwoche war abwechslungsreich und sehr motivierend. Die Kinder waren voller Energie und Neugier, haben jede Tüte mit Stolz gefüllt und dabei ein echtes Gemeinschaftsgefühl entwickelt“, kommentiert Selina die Woche. Die Azubis erlebten aber auch, wie viel Einsatz die Betreeung von Kindern braucht. „Es war anstrengender als gedacht, die Aufmerksamkeit und Energie einer ganzen Gruppe von Kleinkindern über den gesamten Tag hinweg hochzuhalten und zu kanalisieren. Das erfordert unglaublich viel Geduld und Energie“, sagt Levent. „Wir haben dabei gelernt, wie wichtig Geduld, Einfühlungsvermögen und eine klare Kommunikation im Umgang mit Kindern sind“, sagt David. „Für unseren Arbeitsalltag nehmen wir vor allem mit, empathisch auf unterschiedliche Menschen einzugehen, aufmerksam zuzuhören und flexibel auf verschiedene Situationen zu reagieren – Fähigkeiten, die auch in der Kundenberatung sehr wichtig sind.“
„Unsere bunte Sprachwoche“
Kiara Kunze, Vasilis Kechagioglou, Khumri Suleman und Lars Benke begleiteten eine Woche lang den Alltag von Kindern mit komplexen Sprachstörungen im AWO Sprachheilkindergarten Oldenburg. Der Tag begann für alle mit dem Morgenkreis, der Begrüßung mit Liedern, einem Anwesenheitscheck und gelegentlichem Themeninput, zum Beispiel zum Thema Ernährung. Anschließend begleiteten die LzO-Azubis die Kinder beim freie Spielen mit Brettspielen, Bauklötzen und Lego, beim Malen und Basteln oder beim Toben. Auch für Aktivitäten im Freien wie Schaukeln oder Versteckenspielen blieb genug Zeit. Ein Highlight für Betreuerinnen und Betreuer wie die Kinder: das gemeinsame Basteln eines Memory-Spiels mit Obst- und Gemüsemotiven, das die Azubis sich ausgedacht hatten. „Wir wollten gerne mit Kindern arbeiten, denn sie bringen viel Energie und Direktheit mit“, kommentiert Khumri die Auswahl des Projekts.
Das Projekt brachte auch einige Herausforderungen mit sich. „Der Umgang mit den Kindern war insgesamt fordernder als erwartet und die Sprachbarriere fiel deutlich stärker ins Gewicht als angenommen“, beschreibt Kiara die Erfahrung. „Es ist oft schwer zu erkennen, was die Kinder eigentlich ausdrücken wollen. Manchen fiel der Umgang mit Emotionen schwer, was durch eine Verhaltensampel geregelt wurde, dennoch kam es gelegentlich zu eskalierenden Situationen“, ergänzt Lars. „Diese Geduld im Umgang mit Verständigungsproblemen und die Gelassenheit in stressigen Situationen lassen sich auch auf den Berufsalltag übertragen, zum Beispiel mit sehr anspruchsvollen Kundinnen und Kunden“, so Vasilis. „Unser Umgang mit sehr direkter Kommunikation sowie mit Sprachbarrieren wurde geübt.“
Sozial ganz nah
Bei „Sozial ganz nah“ erarbeiten LzO-Azubis eigenständig eine Projektidee und setzen sie anschließend in einer Woche in einer sozialen Einrichtung um – ob beim Bau einer Strandecke mit Strandkorb im Seniorenheim, bei der Anlage eines Grillplatzes für Menschen mit psychischen Erkrankungen oder bei der Aufnahme eines eigenen Songs mit den Kindern einer Nachmittagsbetreuung.
„Diese Erfahrungen, gerade im Umgang mit Kindern, Senioren und Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen, sind sehr wertvoll für unsere Auszubildenden“, so Projektleiterin und Ausbilderin Isabelle Bolles.
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