Ein weißes Segelboot mit roten und blauen Tupfen schwimmt bei Sonnenuntergang auf dem ruhigen Wasser. Anna und Malin stehen an Deck, lächeln und winken, bereit für ihr Segeln Abenteuer auf Weltreise. Der orangefarbene Himmel leuchtet, und am Horizont ist das ferne Land zu sehen.

Zwei Frauen, ein Boot, sechs Jahre

In der Welt unterwegs, in Oldenburg zuhause

Seit mittlerweile sechs Jahren segeln Anna Lange und Malin Knodel (beide 30) kreuz und quer an den Küsten Europas entlang. Ihr außergewöhnlicher Lebensstil beginnt recht unbedarft – mit einem Segelboot von Kleinanzeigen und fast ohne Vorerfahrung. Auf ihrer ersten Reise schlagen sie Leck vor der französischen Küste. Trotzdem brechen beide immer wieder auf.

Dass das Segeln einmal so viel Raum in ihrem Leben einnehmen würde, hätten sich Anna und Malin wohl kaum denken können, als sie 2019 zu ihrer ersten Reise aufbrachen. Am Anfang stand ein Wunsch, den wohl viele nach Ausbildung oder Abitur hegen: Einmal für längere Zeit reisen, am liebsten der Sonne hinterher.

Da beide gerne mit ihrer Unterkunft reisen wollten und von den Erzählungen Annas segelbegeisterter Großeltern fasziniert waren, fiel die Entscheidung recht schnell. Für rund 1000 Euro kauften sie ihr neues Zuhause, die acht Meter lange „Fiete“, kurzerhand auf Kleinanzeigen. Die einzige Hürde, die zwischen ihnen und der Reise stand: Beide hatten kaum Segelerfahrung. Das hielt sie aber nicht davon ab, trotzdem loszuziehen.

Zwei lächelnde Menschen auf dem Deck eines Segelbootes, die ihr Segeln Abenteuer genießen; einer steht mit weit ausgebreiteten Armen, während der andere in die Kamera zwinkert. Im Hintergrund: blauer Himmel, Meer und ein Boot mit deutscher Flagge - Anna Malins Weltreise in vollem Gange.

Ab ins Mittelmeer

2019 brachen Anna und Malin zum ersten Mal über die Flüsse und Kanäle von Oldenburg in Richtung Süden auf. Über die Niederlande und die Städte Groningen, Amsterdam und Rotterdam ging es nach Belgien und Frankreich. In Paris bot sich eine ganz besondere Aussicht: Sie segelten quer durch die Stadt, direkt am Eiffelturm vorbei. Kurz nachdem sie es ins Mittelmeer geschafft hatten, rächte sich der unbedarfte Aufbruch.

Fiete schlug Leck in einem französischen Hafen – Glück im Unglück, wäre die Situation auf offenem Meer mit wenig Sicherheitsausrüstung vermutlich ganz anders ausgegangen. Damit nahm die Reise ein unerwartetes Ende. Das Boot musste langwierig repariert und schließlich trotzdem verkauft werden.

„Abenteuer bedeutet für uns, ohne den perfekten Plan aufzubrechen, die eigene Komfortzone zu verlassen und sich trotz Ängsten zu trauen Neues und Ungewohntes zu wagen.“

Malin Knodel

Für Anna und Malin stand aber fest: Damit war der Traum vom Reisen noch nicht ausgeträumt; das war erst der Anfang. Aus ihren ersten Erfahrungen wollten sie lernen. Zunächst zurück in Oldenburg, nahmen sie 2020 einen zweiten Anlauf – diesmal mit mehr Unterstützung und besserer Sicherheitsausrüstung. Mit dem Schiff von Annas Großeltern und Annas Opa Heiko als Segellehrer an Bord verbrachten sie sechs Wochen in den deutschen und dänischen Ostseegewässern. Dann setzten sie zu zweit die Segel mit Kurs auf Schweden. Hier sollte die Segeltour dann zum zweiten Mal unterbrochen werden: Die Pandemie legte die Weiterreise auf Eis. Den Winter verbrachten beide gezwungenermaßen an Bord in Malmö.

Im neuen Jahr 2021 konnten beide dann wieder die Segel setzen – entlang der schwedischen Südküste mit tausenden Inseln bis nach Stockholm. Anna und Malin bereisten die Alands, Finnland und Estland, sowie einen kleinen Teil der polnischen Küste und die gesamte deutsche Ostseeküste. Damit war für sie die kleine Ostseerunde komplett.

Ein weißes Segeln-Abenteuer-Segelboot mit bunten Tupfen liegt an einem felsigen Ufer auf klarem, blauem Wasser, im Hintergrund erheben sich im hellen Sonnenlicht schroffe Felsen - bereit für Anna Malins Weltreise.
Ein weißes Segelboot liegt am felsigen Ufer vor Anker, umgeben von dichten Bäumen und tiefgrünem Wasser - ein heiterer Moment aus Anna Malins Segeln Abenteuer während ihrer Weltreise, wunderschön von oben eingefangen.

Im Reisefieber

Seit diesen Anfängen sind Anna und Malin jetzt seit sechs Jahren fast dauerhaft unterwegs, brechen immer wieder aufs Neue auf. Zum Beispiel nach Norwegen, in etliche atemberaubende Fjorde hinein – bis heute eine ihrer Lieblingsreisen. „Eins meiner größten Highlights war definitiv der Moment, als wir durch den Nærøyfjord gefahren sind. Er zählt zum UNESCO-Weltnaturerbe und ist durch seine steilen Felswände, die bis zu 1.700 Meter fast senkrecht aus dem Wasser ragen, einfach nur atemberaubend“, berichtet Malin.

Es folgen Reisen nach Nordspanien und entlang der portugiesischen Atlantikküste, nach Gibraltar und nach Mallorca. Wann es sich für Anna und Malin besonders nach einem Abenteuer anfühlt? „Immer dann, wenn uns die Naturgewalten haben spüren lassen, dass wir die Schwächeren sind. Zum Beispiel bei Sturm oder bei Gewitter“, findet Malin. „Und das Segeln in purer Natur, fernab von der Zivilisation oder durch die Nacht, sind ebenfalls besonders magische Momente. Einmal hatten wir eine besonders idyllische Nacht, in der wir durch den Ärmelkanal bis nach Brest gesegelt sind. Plötzlich sind rund 30 Delfine an unser Boot geschwommen und haben uns über Stunden begleitet. Ich konnte sie im Inneren des Bootes klicken und pfeifen hören“, ergänzt Anna.

Dabei würden sich beide gar nicht als abenteuerliche Menschen beschreiben. Es seien vor allem der Drang nach Freiheit, Neugierde und ihre gemeinsame Reiselust, die beide immer wieder dazu bringen, aufzubrechen und die Segel zu setzen. „Abenteuer bedeutet für uns, ohne den perfekten Plan aufzubrechen, die eigene Komfortzone zu verlassen und sich trotz Ängsten zu trauen Neues und Ungewohntes zu wagen“, beschreibt es Malin.

„das Segeln in purer Natur, fernab von der Zivilisation oder durch die Nacht, sind ebenfalls besonders magische Momente.“

Anna Lange

Abenteuer ist auch Alltag

Wie ein gewöhnlicher Tag an Bord aussieht? „Weniger abenteuerlich, als man vielleicht vermuten möchte“, verrät Anna. Jeden Morgen entscheiden sie nach dem Wettercheck, ob die beiden segeln gehen oder nicht. Erlauben es die Umstände, steht ein Segeltörn an – je nach Wind und Strecke sind Anna und Malin dann auch mal den ganzen Tag oder noch länger unterwegs. Dabei nehmen sie ihre Followerinnen und Follower auf Instagram sowie YouTube mit.

An Tagen im Hafen oder vor Anker arbeiten beide: Videos schneiden, Mails beantworten, Organisation rund um den Online-Shop, Kooperationspartner verhandeln – all das gehört auch zum Alltag der beiden. Trotzdem bleibt ausreichend Zeit, um auch mal innezuhalten. Vor Ort erkunden beide gerne die Städte, vor denen sie ankern, gehen schwimmen oder lernen Menschen kennen, die ähnlich segelbegeistert sind.

Immer noch in der Heimat verwurzelt

Obwohl Anna und Malin in den letzten sechs Jahren fast ununterbrochen unterwegs waren, sind beide noch tief mit ihrer Heimat Oldenburg verbunden. „Das Segelboot ist unser gemeinsames mobiles Zuhause. In Oldenburg aber fühlen wir uns heimisch, vor allem durch unsere Familien und enge Freundinnen sowie Freunde“, erklärt Malin. Die Verbindung ist so stark, dass beide nun wieder mindestens fünf Monate pro Jahr in Oldenburg verbringen wollen.

Eine lächelnde Person in einem gestreiften Hemd, einer Jeanslatzhose und einer Mütze sitzt auf einem Steinsockel am Flussufer und zeigt zwei Daumen nach oben - bereit für ein Segeln Abenteuer. Im Hintergrund sind ein Boot und ein Fahrrad zu sehen.

„Der größte Kompromiss unseres Lebensstils ist es, dass wir unsere Liebsten nicht regelmäßig sehen können.“

Anna Lange

Ganz an den Nagel hängen wollen beide ihre Reisen aber auf keinen Fall. „Die Entscheidung aufs Segelboot zu ziehen, hat meinen gesamten Blick auf das Leben verändert – wie ich leben möchte und womit ich meine Lebenszeit fülle. Die Zeit auf dem Boot hat mir Durchhaltevermögen, Selbstvertrauen und die Freiheit, mein eigenes Leben zu gestalten, geschenkt“, zieht Malin Bilanz.

Und das nächste Ziel steht auch schon fest. Dieses Jahr wollen sie ihr schwimmendes Zuhause durch die Flüsse und Kanäle Richtung Norden bis in die Ostsee bringen und aus dem provisorischen Kanalboot endlich wieder ein Segelboot machen. Danach: Kurs auf den Polarkreis! Beide wollen im Sommer bis zum nördlichsten Punkt der Ostsee zwischen Schweden und Finnland segeln. Ein Traumziel sind die Lofoten, die sie 2027 erreichen wollen.

Anna und Malin genießen ihr Segeln Abenteuer an einem sonnigen Tag; während Anna entspannt auf dem Deck sitzt, steht Malin lächelnd am Seil - das Meer und der blaue Himmel begleiten ihre Weltreise.
Fazit

Einfach mal loslegen!

Was Anna und Malin anderen raten würden, die einen ähnlichen Traum haben? Einfach mal loslegen! „Du musst nicht alles wissen, um Großes zu erleben; Lernen und Wachsen passiert unterwegs“, so Anna. „Wir haben gelernt, dass Wachstum oft außerhalb der Komfortzone stattfindet. Nicht jede Situation war einfach, aber gerade die Herausforderungen haben uns geprägt und stärker gemacht.“

Ihr möchtet Anna und Malin auf Ihrer Reise verfolgen? Hier findet Ihr weitere Infos zu den beiden.

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