Immer hoch hinaus! Im Gespräch mit Profi-Kitesurfer Jannis Maus


Maui, Tarifa, Marseille: Profi-Kiter Jannis Maus ist an den schönsten Orten der Welt unterwegs, zuletzt bei den Olympischen Spielen von Paris. Erlernt hat der 28-jährige Oldenburger den rasanten Sport aber in Friesland. Welche Rolle der Schulweg dabei spielte, was es mit dem „Team Couch“ auf sich hat und wo er eigentlich zu Hause ist – das erzählt er im „Ehrlichen Dutzend“.

7. Januar 2025

Kitesurfer und Olympia-Teilnehmer Jannis Maus beim Kiten auf dem Meer

©DSV/wecamz
  1. Jannis, dein Sport hat dich schon nach Hawaii geführt, angefangen hast du aber in Hooksiel. Wo sind die Wellen besser?
    Die Wellen ganz klar auf Maui! Aber hier in der Heimat kenne ich dafür jede Seerobbe mit Vornamen, und das ist mindestens genau so viel Wert!
  2. Im Laufe deines Lebens hast du unzählige Sportarten ausprobiert. Wenn du eine Rangliste aufstellen müsstest: Welche wären die drei besten?
    Kiten natürlich auf der eins, Handball als Teamsportart auf der zwei und Skifahren auf drei.
  3. Kiten liegt im Trend. Sind inzwischen eigentlich zu viele Menschen auf dem Wasser oder längst noch nicht genug?
    Es wird tatsächlich so langsam etwas voller auf dem Wasser. Aber wenn es nach mir geht, können noch viel mehr Leute den geilsten Sport der Welt ausprobieren!
  4. Als Kitesurfen olympisch wurde und klar war, dass du dein Hobby zum Beruf machen kannst: Hast du eine Party geschmissen oder bist du ins Gym gegangen?
    Ich bin praktisch direkt in den Kraftraum und erst kurz vor Olympia wieder raus.
  5. Beim Kitesurfen befindest du dich ständig inmitten der Elemente, mal auf dem Wasser, mal in der Luft. Bist du ein Naturbursche?
    Auf jeden Fall! Ob als Kind matschbesudelt oder heute mit einem riesigen Grinsen während der Kite-Session: Draußen bin ich zu Hause.
  6. Wenn es morgens richtig prasselt und stürmt, was ist dein erster Gedanke: Couch oder Kite?
    Puh, wenn es prasselt, bin ich tatsächlich eher „Team Couch“. Aber erfahrungsgemäß wird es irgendwann am Tag auch noch ein Fenster ohne Regen geben. Dann ist es auch egal, ob wir 2 oder 20 °C haben, dann wird gekitet!
    Kitesurfer und Olympia-Teilnehmer Jannis Maus beim Kiten auf dem Meer
  7. Bei den Wettkämpfen geht es um jeden Meter. Magst du diese direkten Duelle, den Kampf um Sieg oder Niederlage?
    Ich sag mal so: Als ich früher mit dem Rad zur Schule gefahren bin, ging es meist darum, schneller zu sein als die Autos, die nebenher fahren. Das Racen liegt mir einfach im Blut.
  8. Dein bisheriger Karrierehöhepunkt waren die Olympischen Spiele in Paris. Welchen Moment hast du als den schönsten in Erinnerung?
    Als wir mit dem ganzen Team und den Sportlerinnen und Sportlern aus der ganzen Welt gemeinsam, Arm in Arm, im strömenden Regen unter dem Eiffelturm standen und die Eröffnung der Spiele gefeiert haben.
  9. Du bist Fünfter geworden. Herzlichen Glückwunsch! Überwiegt der Stolz – oder schmerzt die verpasste Medaille?
    Natürlich hätte ich mir sehr gerne Edelmetall um den Hals gehängt. Aber auch mit meiner jetzigen Platzierung bin ich mehr als zufrieden und kann, glaube ich, stolz auf mich sein.
  10. Neben deiner Kite-Karriere hast du Physik studiert und arbeitest an deiner Promotion. Gibt es auch etwas, das du gar nicht kannst?
    Jeder, der mich schon mal singen gehört hat, würde mir diese Frage niemals stellen.
  11. Du bist oft monatelang auf Reisen, dein Lebensmittelpunkt bleibt aber Oldenburg. Was vermisst du unterwegs?
    Meine Freunde, meine Familie – und Schwarzbrot.
  12. Hast du vom 14. bis 28 Juli 2028 schon etwas vor?
    Ich habe gehört, da geht’s richtig rund in Los Angeles – bei den nächsten Olympischen Spielen! Vielleicht schau ich dort ja mal vorbei 😉

Lebst du am Limit?

Das haben wir Profi-Kitesurfer Jannis Maus gefragt, als er zu Gast war beim Podcast „*1786 trifft“. Denn er jagt zum Teil mit „fast achtzig Sachen“ über das Meer und ist auch sonst ein Überflieger:  Der 28-Jährige hat sein Abitur mit Bravour bestanden und seinen Master in „Renewable Energy“ an der Universität Oldenburg abgeschlossen.

Warum Kinderballett und Kickboxen beim Kiten nicht mithalten konnten? Wie es sich anfühlt, wenn sich der Alltag wie bei den Olympischen Spielen in Paris in ein Trainingscamp verwandelt?  Und weshalb Kiter dem Klimawandel am eigenen Brett begegnen?

Gleich reinhören in die Podcast-Folge mit Jannis Maus →

 

 

 

 

 

 

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