Das Moor hat mich schon als Kind geprägt
Eine der prägendsten Erinnerungen an das Moor ist gleichzeitig auch eine meiner frühesten. Als Kind nahm mich mein Vater an einem nebeligen Maimorgen mit auf eine Tour. Unsere Mission: Wir wollten den Großen Brachvogel sehen. Also wanderten wir vorbei an taubedeckten Moorwiesen und entlang der Schienen der alten Moorbahn, bis wir nur noch auf weichen Torf traten. Wir setzten uns an den Rand eines alten Torfstichs. Der Nebel wurde immer dichter und die aufgehende Sonne färbte ihn in wechselnde Pastelltöne. Obwohl wir den Vogel nicht zu sehen bekamen, sondern nur seinen flötenden Ruf in der Ferne hören konnten, hinterließ diese Erfahrung einen tiefen Eindruck bei mir und entfachte eine lebenslange Leidenschaft für diesen Ort. Erst Jahre später begann ich, die faszinierende Landschaft des Moores zu fotografieren – und bis heute ist sie ein beliebtes naturfotografisches Thema für mich geblieben.
„Im Moor kann ich das Chaos der Welt und
die Hektik des Alltags vergessen.“
Willi Rolfes, Naturfotograf
Meine erste Kamera habe ich 1981 gekauft. Ich bin ein Autodidakt, habe mir also alles selbst beigebracht und erarbeitet. Für mich ist es nicht so entscheidend, technische Regeln einzuhalten, sondern eine Atmosphäre einzufangen. Mir geht es darum, durch meine Bilder die Schönheit, Verletzbarkeit und Würde der Natur zu vermitteln und die Menschen für den Schutz unserer Umwelt zu begeistern.
Für den Erhalt des Moores als einzigartiges Ökosystem setzen sich auch der Förderverein Goldenstedter Moor und das „Haus im Moor“ ein, wo ich mich seit der Gründung aktiv engagiere. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Faszination des Moores erlebbar zu machen und das Bewusstsein für seine Bedeutung zu stärken. Noch zu Zeiten meiner Eltern war das Moor negativ besetzt, viele Generationen haben den Ort lediglich mit harter Arbeit und Armut verbunden.