Mein Lieblingsort: die Wildtierauffangstation in Rastede

Im Einsatz fürs Tierreich

15. März 2024

Wildtierauffangstation Rastede

©von Mende Marketing

Auf der Wildtierauffangstation in Rastede kümmere ich mich als Leiter mit meinem Team um verletzte und verwaiste hilfsbedürftige Wildtiere sowie beschlagnahmte Exoten. Es motiviert mich, auf diese Weise dem menschlichen Einfluss auf die Tierwelt entgegenzuwirken.


Mein Einsatz für das Tierreich begleitet mich bereits seit meiner Kindheit – schon damals hatte ich ein großes Interesse an den Vögeln in unserer Umgebung. Vor knapp 50 Jahren habe ich das erste Mal hilfsbedürftige Vögel aufgenommen, damals noch im Garten meines Elternhauses. Aus dieser Arbeit ist später, an einem anderen Standort, schließlich eine vom Land Niedersachsen anerkannte Wildvogelpflegestation geworden. Inzwischen ist sie seit über 20 Jahren in Rastede-Hankhausen ansässig und macht die Pflege geschützter Vögel, Reptilien und Säugetiere möglich. Ich kann diese Arbeit glücklicherweise nun hauptberuflich ausüben, früher habe ich sie ehrenamtlich neben meinem Vollzeit-Job übernommen.

Gemeinsam mit mir sind noch eine Tierpflegerin, eine Tiermedizinische Fachangestellte, ein Hausmeister und zwei Absolventinnen eines Freiwilligen Ökologischen Jahres auf der Station tätig. Die Tiere, die wir aufnehmen, kommen bei uns entweder im Haupt- oder Exotenhaus oder in einer unserer Volieren und Gehege unter. Wer mehr über unsere Arbeit erfahren möchte, kann das im Rahmen einer Führung tun – dafür ist jedoch eine Anmeldung erforderlich.

Tiere erst einmal in Ruhe lassen

Wir nehmen jährlich über 2.000 Tiere auf. Bei nicht geschütztem, jagdbarem Wild wie Rehkitzen, Füchsen oder Mader und invasiven Arten wie Waschbären verweisen wir auf den zuständigen Jagdpächter. Auch Vogelküken, die von den Eltern vermeintlich verlassen wurden, sollten übrigens erst einmal in Ruhe gelassen werden – häufig haben sie gar keine Hilfe von uns Menschen nötig.

©von Mende Marketing

„Für mich sind es ganz besondere Momente, wenn die Tiere wieder so genesen sind, dass wir sie freilassen können.“

 

Zurück in die Freiheit

Für mich sind es ganz besondere Momente, wenn die Tiere wieder so genesen sind, dass wir sie freilassen können – wie neulich einen Seeadler in Dangast. Er hatte sich eine dreifache Flügelfraktur zugezogen. In Absprache mit dem Tierarzt wurde er erfolgreich operiert – und der Seeadler wieder vollständig rehabilitiert ausgewildert. Dank eines Senders können wir seinen aktuellen Standort verfolgen und es freut mich sehr, dass der Adler inzwischen eine Partnerin gefunden und mit ihr sogar einen Horst gebaut hat. Genau solche Erlebnisse motivieren mich, jeden Tag weiterzumachen.

Auch wenn meine Arbeit immer anspruchsvoller geworden ist, verfolge ich weiterhin das Ziel, mich für den Artenschutz einzusetzen. Viele Tiere verunglücken durch unsere von Menschen geschaffene Umwelt, zum Beispiel bei Zusammenstößen mit Hochspannungsleitungen, Autos oder Glasscheiben. Auch Vergiftungen durch Dünger sind ein großes Problem. Unser Engagement ist zwar nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber ich will wieder gutmachen, was wir Menschen anrichten.

©von Mende Marketing

Klaus Meyer (64) ist gelernter Elektro-Installateur und leitet die Wildtierauffangstation in Rastede. Er kümmert sich nicht nur um die Intensivpflege besonderer Tierarten, sondern auch um Führungen und mit Hilfe von drei Ehrenamtlichen die Verwaltung der Station.

 

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