Mit seinem Start-up entwickelt Schoone ein E-Motorrad
Der Wechsel sollte sich jedoch auszahlen. Mit dem Wissen eines Ingenieurs konnte der junge Motocrosser endlich umsetzen, was ihn schon länger bewegte. Dem Klischee des Motorradfahrers als selbstbezogener Adrenalinjunkie entspricht Schoone nämlich nicht. Im Gegenteil: Dass er beim Fahren in freier Wildbahn zwangsläufig andere störte, missfiel ihm. Das muss doch auch anders gehen, dachte er sich. Ging es bis dahin aber nicht. Also machte sich der leidenschaftliche Bastler selbst an eine Lösung – und erfand den Elektroantrieb für leichte Motorräder kurzerhand neu.
„Die Konzepte am Markt passten für die Anforderungen im Gelände nicht“, beschreibt David Schoone das Problem. Herkömmliche Nabenantriebe überzeugten zwar durch geringe Lautstärke und wenig Wartungsaufwand. Doch sie waren schwer und leistungsschwach, fürs Gelände somit denkbar ungeeignet. Schoone löste diesen Widerspruch auf. Er baute den Motor nach dem Axialflussprinzip auf, mit dem er bei kompakter Größe ein hohes Drehmoment erreichen konnte. Die Gefahr einer Überhitzung bannte er dabei mit einer eigens entwickelten Wasserkühlung. So entstand ein kleiner und leichter, aber sehr leistungsstarker Motor, der auf bis zu 135 Kilometer pro Stunde beschleunigen kann. „Viele Elemente gab es vorher schon, sie wurden aber noch nie so kombiniert“, bleibt der talentierte Konstrukteur bescheiden. Genau das aber machte seine Idee so einzigartig, dass dafür ein Patent erteilt wurde.